
Die Verwerfungslinien, “fault lines”, die sich in Felsgestein oder im Erdboden befinden, durchbrechen die derzeitigen geologischen Kontinuitäten und haben großen Einfluss auf das Verhalten der Welt. Dennoch sind sie oft nur durch eine sorgfältige Analyse sichtbar und liegen stets unter der Oberfläche der Erde. Im übertragenen Sinn stehen Verwerfungslinien für die ambivalenten Themen und aufstrebenden Diskurse, die die Oberfläche der heutigen Gesellschaft durchbrechen. Sie verweisen auf Konflikte der Vergangenheit, die bis in die Gegenwart reichen, wie etwa Folgen systemischer Diskriminierung und ihre Verhaltensweisen.
Positiv gesprochen, bietet der Verlauf von Verwerfungslinien im politischen und gesellschaftlichen Diskurs die Chance, aus alten Debatten auszubrechen, substitutive Formen des Austauschs und der Erkenntnis zu öffnen und bestehende Perspektiven konstruktiv zu hinterfragen.
Mit Beiträgen von Ipek Burçak, Catalina Gonzalez Gonzalez, Ceren Saner, Vulva Project Ghana, MRS TAN u.a.